Muahahaha!
Da sieht man mal wieder, was Schach für ein Exotensport ist! (Ich hab noch selten einen Artikel über Schachevents in Populärzeitungen gesehen, der auch nur den Hauch von Ahnung offenbarte...)
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Muahahaha!
Da sieht man mal wieder, was Schach für ein Exotensport ist! (Ich hab noch selten einen Artikel über Schachevents in Populärzeitungen gesehen, der auch nur den Hauch von Ahnung offenbarte...)
Spiegel online verzapfte folgenden Unsinn über den gestrigen Verlauf
"In diesem Augenblick aber zeigte Kramnik den “Human Factor”, die
menschliche Schwäche, die dem Rechner eben nie unterlaufen würde: Er
übersah schlicht die Gefahr, dass Deep Fritz ihn binnen weniger Minuten
Schach stellen könnte, und spielte, ganz auf eine eigene Strategie
fixiert, auf Sieg. Zu dem aber kam es nicht mehr. Deep Fritz stellte
Kramniks schwarzen König mit der weißen Dame kalt, während Kramniks
Figur jede Ausweichmöglichkeit verbaut war. "
besonders gelungen find ich die Passage "..binnen weniger Minuten"
gefunden bei den von mir innig geliebten Schachblätter
mf
Völlig korrekt! Schach als Wettkampf wird dann genauso weiterleben wie z. B. die Tour des France, die - abgesehen von Dopinggeschichten - immer noch sehr interessant ist, obwohl jeder weiß, dass man die Strecke mit Motorrädern schneller bewältigt.
Der, den man zur Zeit oder demnächst wieder in vielen Kaufhäusern trifft schon!
Das ist allerdings interessant! Danke für die Infos. Wirft ein ganz neues Licht auf die Sache.
Meines Wissens hat Kramnik mit genau dem Programm trainiert, das jetzt zum Einsatz kommt. Der Computer, der benutzt wird, ist irrelevant. Die Rechenpower hat nur Einfluss auf die Suchtiefe, nicht auf die Qualität der Suche. Und Kramnik wird "seinen" Rechner schon ordentlich tief suchen gelassen haben, davon kann man ausgehen.
Ob Fritz Zugumstellungen bemerkt oder nicht liegt am ausschließlich am Eröffnungsbuch. Und natürlich sind (die meisten) Eröffnungszüge durchaus auch logisch und berechenbar.
Was ich sagen wollte, ist: Gegen ein Computerprogramm ist es wesentlich einfacher, sich auf langzügige Kombinationen vorzubereiten. Weil das Programm nicht variiert, zumindest nicht, wenn die Programmierer nicht eingreifen und es keine Gelegenheit hatte, aus seinen Fehlern zu "lernen". Kramnik (bzw. seine emsigen Helfer) braucht im Labor "nur" einen Gewinnweg auszutüfteln - und er wird gewinnen. Wenn "deine" 31-Züge Hypothese stimmt, hätte er eigentlich gewinnen müssen. Die restlichen 20 Züge dürften dann auch nicht mehr das Problem sein. Weil, wie gesagt, das Programm ja nicht anders kann...
Natürlich hängt die Stärke des Deep Fritz von der Rechnerpower ab die dahinter steckt.
Wenn ich das Programm auf dem neuesten Centrinonotebook, oder Pentium Dualcore Rechner laufen lasse, dann ist das schon ein großer Unterschied.(oder auf meinem Pentium 4 2,4 Ghz Heimrechner)
Und auf dem jetzigen Event läuft Deep Fritz auf einem Intel Dual Core 2 Duo 5160, das ist ein Prozessor der neuesten Generation.
Hier ein Ausschnitt aus dem Spiegel-Online-Bericht:
.....Schon die handelsüblichen Notebooks mit Dual Intel Core Duo -Prozessoren erzielen heute die gleichen Geschwindigkeiten wie der Vierprozessorserver, auf dem Deep Fritz vor vier Jahren lief. Beim Wettkampf wird ein Dual Intel Core 2 Duo 5160 zum Einsatz kommen, der Deep Fritz - gegenüber Bahrain ebenfalls von Version 7 auf Version 10 verbessert - auf eine Geschwindigkeit von etwa acht Millionen Stellungen pro Sekunde katapultiert.Die Bahrain-Version rechnete 2002 "nur" 2,7 Millionen Stellungen pro Sekunde. Bei acht Millionen kommt Deep Fritz auf eine Suchtiefe von etwa 17 bis 18 Halbzügen im Mittelspiel, das sind neun Züge, die er für jede Seite im Voraus berechnet. Im Endspiel kann die Suchtiefe bei reduziertem Material auch deutlich höher liegen.......
Im Gegenzug rechnet Kramnik im seiner Vorbereitung vielleicht 5-10 Varianten mit vielleicht 30 bis 40 Züge.
Und trotzdem kann er der Maschine Paroli bieten, und ist vielleicht in manchen Belangen besser, z.B. hat Kramnik Intuition.
Gruß
Capablanca
editiert von: Capablanca, 28.11.2006, 14:08 Uhr
Irgendwie hast Du mich nicht verstanden, glaube ich.
Nein, ich meine das Christkind. Der Weihnachtsmann ist eine amerikanische Erfindung.
Meines Wissens hat Kramnik mit genau dem Programm trainiert, das jetzt zum Einsatz kommt. Der Computer, der benutzt wird, ist irrelevant. Die Rechenpower hat nur Einfluss auf die Suchtiefe, nicht auf die Qualität der Suche. Und Kramnik wird "seinen" Rechner schon ordentlich tief suchen gelassen haben, davon kann man ausgehen.
Ob Fritz Zugumstellungen bemerkt oder nicht liegt am ausschließlich am Eröffnungsbuch. Und natürlich sind (die meisten) Eröffnungszüge durchaus auch logisch und berechenbar.
Was ich sagen wollte, ist: Gegen ein Computerprogramm ist es wesentlich einfacher, sich auf langzügige Kombinationen vorzubereiten. Weil das Programm nicht variiert, zumindest nicht, wenn die Programmierer nicht eingreifen und es keine Gelegenheit hatte, aus seinen Fehlern zu "lernen". Kramnik (bzw. seine emsigen Helfer) braucht im Labor "nur" einen Gewinnweg auszutüfteln - und er wird gewinnen. Wenn "deine" 31-Züge Hypothese stimmt, hätte er eigentlich gewinnen müssen. Die restlichen 20 Züge dürften dann auch nicht mehr das Problem sein. Weil, wie gesagt, das Programm ja nicht anders kann...
Natürlich hängt die Stärke des Deep Fritz von der Rechnerpower ab die dahinter steckt.
Wenn ich das Programm auf dem neuesten Centrinonotebook, oder Pentium Dualcore Rechner laufen lasse, dann ist das schon ein großer Unterschied.(oder auf meinem Pentium 4 2,4 Ghz Heimrechner)
Und auf dem jetzigen Event läuft Deep Fritz auf einem Intel Dual Core 2 Duo 5160, das ist ein Prozessor der neuesten Generation.
Hier ein Ausschnitt aus dem Spiegel-Online-Bericht:
.....Schon die handelsüblichen Notebooks mit Dual Intel Core Duo -Prozessoren erzielen heute die gleichen Geschwindigkeiten wie der Vierprozessorserver, auf dem Deep Fritz vor vier Jahren lief. Beim Wettkampf wird ein Dual Intel Core 2 Duo 5160 zum Einsatz kommen, der Deep Fritz - gegenüber Bahrain ebenfalls von Version 7 auf Version 10 verbessert - auf eine Geschwindigkeit von etwa acht Millionen Stellungen pro Sekunde katapultiert.Die Bahrain-Version rechnete 2002 "nur" 2,7 Millionen Stellungen pro Sekunde. Bei acht Millionen kommt Deep Fritz auf eine Suchtiefe von etwa 17 bis 18 Halbzügen im Mittelspiel, das sind neun Züge, die er für jede Seite im Voraus berechnet. Im Endspiel kann die Suchtiefe bei reduziertem Material auch deutlich höher liegen.......
Im Gegenzug rechnet Kramnik im seiner Vorbereitung vielleicht 5-10 Varianten mit vielleicht 30 bis 40 Züge.
Und trotzdem kann er der Maschine Paroli bieten, und ist vielleicht in manchen Belangen besser, z.B. hat Kramnik Intuition.
Gruß
Capablanca
Oh, Danke für den Hinweis!
Jetzt weiss ich endlich, warum mir das Christkind nie so ein Teil gebracht hat, obwohl es immer auf meinem Wunschzettel stand. 
Genau! Es gibt ja auch keinen Grund mehr zum Singen, weil jede Sterioanlage das lauter kann! 
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