Also hier nun der Bericht nach einem kräftigem Durchatmen....
Vorerst `mal ein Kompliment an beide Mannschaften für einen der kämpferischsten und aufregensten Mannschaftskämpfe, die ich je erlebt habe - ein echter Knüller!!!
In der ersten Stunde schenkte mir K.H. Sockel an Eins ( Keller fiel heut aus...) früh nach einem Eröffnungspatzer den vollen Punkt. Gleichzeitig zeichnete sich aber schon ab, daß der Querspringer unseren "Captain Peter" in der gleichen Variante wie im Vorjahr erschießen wird - Königsgambit is ja auch des Querspringers große Liebe und der "Captain" hat in den letzten zwei Jahren nich mehr den Biß, den er jahrelang als unser Stammbrett Eins kontinuierlich bewiesen hat.
Auch unsere "Rote Kröte" war schnell unzufrieden mit ihrer Stellung und patzte dann leider `ne Qualle weg. Dafür war Martin "Richie" Richrath gegen Herrn Schimpf klar am Drücker.
Es sah ansonsten erstmal - in meinen Augen - ausgeglichen aus:
an Zwei konnte Christian Weber in einem Sizilianer die Schwäche auf d6 zumindest augenscheinlich immer bequem decken...
An drei dann mein persönlicher Favorit : die Partie Von Uli Büttner gegen Mihaljo Hahn.
Während der ersten Stunde wurde Uli schmerzhaft klar, daß er seinen Gegner mit Trompowsky wohl nicht auf dem falschen Fuß erwischt hat - Uli fühlte sich unwohl und investierte in der Folge viel Bedenkzeit....
An Sechs machte ich mir niemals wirkliche Sorgen um Jörg Dennigs Stellung gegen Herrn LAhm.
An Acht sah es zuerst auch nicht nach zu großen Sorgen für unser "Gelbe Kröte" aus
Mittlerweile war klar, daß Peter nur der Mannschaft willen noch kämpfte - es aber schon zwecklos war...Der Querspringer ließ sich den vollen Zähler nicht mehr nehmen....Das Remis war fast beschlossen.An Acht wuchsen die Sorgen und während Richie seine klar vorteilhafte Stellung erst in Zeitnot brachte und dann auch noch suboptimal fortstzte haute Herr Hahn sehr aussichtsreich und gefährlich einen Läufer in Ulis Königsfeste!! Der Kampf kippte...Bei Jörg war immer noch nichts weltbewegendes passiert in einer sehr zähflüssigen Stellung,An Sieben ließ Daniela dann leider etwas Biß im Aufbau eines sicherlich möglichen Gegenspiels vermissen. Sie schien mit ihrem Fehler zu sehr zu hadern, der Punkt war in unseren Köpfen und in der vierten Stunde auf dem Papier abgehakt.
Ulis Gegner wollte mehr als Dauerschach, war vielleicht auch möglich - und überriss!!! Auf einmal befand Uli sich nach zähester Verteidigung in Zeitnot in einem Endspiel 2Türme und 2 Bauern geen einen Turm und sechs Bauern, wovon auch noch drei verbunden Zentrumsbauern waren. Allerdings war ich mir sicher er würde das nicht mehr verlieren.
Die vollen Punkte von Riche und Herrn Jankowiak gegen die Rote Kröte waren eingefahren, Anja stand gegen Herrn Axmann mit dem Rücken zur Wand und spielte Ballonabwehr...Dafür gewann ich mittlerweile den Eindruck daß Jörg die Stellung besser behandelt hat und nun auf Sieg spielen kann: die ´Drohungen des Gegners am Königsflügel waren abgewehrt und die einzig offene Linie (a) gehörte Jörgs imposantem Turmpaar. Zwischenstand 2,5 - 2,5
Von den sechs Hahn´schen Bauern waren nur noch drei übrig, allerdings die schon überwiegend in Ulis Spielhälfte angekommenen drei "Verbundenen". Uli erkundigte sich erstmals nach dem Zwischenstand - ein unter Kennern sicheres Anzeichen für den notwenigen Marschbefehl, den Uli in gewohnt souveräner Manier unter Rückopfer eines Turmes in einem anschließend gewonnenem Bauernendspiel verwiklichte- GEIL
3,5-2,5
zwei Remis reichen...
aber nach einem ungenauen Zug von Jörg roch Herr Lahm seine Chance, stellte eine Falle erfolgreich auf und gewann eine Figur. Gleichzeitig platzte Anjas Stellung auseinander. Die 3,5 Niederlage schien besiegelt.
Anja erliegt den schweren Attacken ihres Gegners - Ausgleich, die fünfte Stunde war bereits zur Hälfte verstrichen.Die Nerven blank.
Auf einmal hat Jörg mit absolutem Kampfgeist zwei Bauern für die Figur ergaunert!!!Herr Lahm hat Dame,Laüfer,Springer und 3 gegen DAme,Läufer und 5 Bauern.EIn Langenfelder Agrarökonom ist dazu auch noch kaum aufzuhalten!!!! gewinnen wir etwa doch noch?Remisgebot von Bayer -abgelehnt.All in.Alles nichts oder?!Jörg gibt alles, steht zeitlich circa 8 zu 5 Minuten , ich besorg mir schon mqal was zu schreiben... Herr Lahm sucht und findet ein Manöver in dem er zwar den Springer gegen den Bauern gibt, dafür aber seine Dame an die Seite des mittlerweile entblößten Gemahls führt. Jörg überlegt knapp drei Minuten um etwas besseres zu finden, als die Umwandlung, die die Rückgabe des Springers erzwingt - entschließt sich sichtlich verunsichert hierzu- und drückt die Uhr nicht!!!!!!!!!!!!!!! er drückt sie einfach nicht - die einzig verbliebenen Langenfelder( Richie,Weber und ich) sterben tausend Tode. Herr Lahm überlegt eine halbe Minute ob er daß seit Zügen geplante Rückopfer bringen soll oder ob er lieber mit dem Springer gegen eine Dame weiterspielen soll, ich faß es nicht und stehe von meinem Logenplatz auf und endlich schlägt er die Dame.In der Folge werden die Damen getauscht, es entsteht ein Endspiel gleichfarbiger Läufer mit einem Mehrbauern für Jörg.Aber immer wieder vergißt er die Uhr zu drückern, das obwohl Herr Lahm inzwischen dankenswerter Weise gleich mehrmals auf seine Uhr drückt, wenn er gezogen hat. Endlich begreift Jörg, daß die Sportart gewechselt wurde und blitz mit, allerdings mit nur noch einer gegn drei Minuten..Als er dann mit nur 25 sek auf der Uhr den Mehrbauern einstellt bietet er Remis. Aber der Zeitvortlei war eine zu große Verlockung... Nur noch bemüht etwaige Zugwiederholungen zu vermeiden, hebelt Herr Lahm Jörg, der inzwischen nur noch Läufer b2-a1-b2 zog über die Zeit....Zu allem Überfluss lass ich mich zu der flapsigen Bemerkung hinreißen, die Sieger eines Wettbewerbs gewännen selten den Fair-Play-Pokal..
Da mir nichts menschliches fremd ist, möchte ich mich hier unter Berufung auf meine armen Nerven für diesen temparametvollen Ausfall entschuldigen!
Ein Wahnsinns Kampf, den Bayer verdient gewonnen hat.
P.S: Auch für die Länge des Berichts möchte ich mich, entschuldigen - bereue sie aber nicht, da ich jetzt besser schlafen kann. Nacht.